Erhöhung der Grenze für Geringwertige Wirtschaftsgüter

Zum Jahresende ergibt sich bei der Behandlung von geringwertigen Wirtschaftsgütern ab dem 1.1 2008 eine Veränderung zugunsten der Steuerpflichtigen.

Ab 2018 können Anschaffungen von selbständig nutzbaren Wirtschaftsgüter bis 800 € sofort im Jahr der Anschaffung in voller Höhe vom Gewinn abgezogen werden.

Bis 31.12 2017 war der Wert hierzu 410 € pro Wirtschaftsgut, der Betrag hat sich demnach fast verdoppelt.

Bei Anschaffungskosten über 250 Euro (bisher 150 Euro), müssen die Wirtschaftsgüter in der Buchführung einzeln aufgezeichnet und der Tag der Anschaffung, Herstellung oder Einlage angegeben werden (§ 6 Abs. 2 Satz 4 EStG). Die neue Wertgrenze gilt erstmals für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2017 angeschafft, hergestellt oder in ein Betriebsvermögen eingelegt werden (§ 52 Abs. 12 Satz 3 EStG). Liegen die Anschaffungskosten nicht über 250 Euro (bisher 150 Euro), können die Anschaffungskosten ohne weitere Aufzeichnungspflichten sofort als Aufwand gebucht werden. Der Grenzwert für geringwertige Wirtschaftsgüter ist mit Wirkung vom 01.01.2018 erhöht worden.

Das Gute ist: es handelt sich um eine Grenze ohne Umsatzsteuer, d.h. bei Steuerpflichtigen ohne Vorsteuerabzug (z.B. der normale Humanmediziner ohne  umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen) steigt die Obergrenze auf 800 EUR x 1,19 = 952 EUR.

Zu beachten sind jedoch die übrigen Regeln der GWG, vor allem die eigenständige Nutzbarkeit der Wirtschaftsgüter.

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Aktuelles 05/2017

1. Zuordnung gemischt-genutzter Gegenstände zum Unternehmensvermögen

Unternehmer, die im Jahr 2016 Gegenstände angeschafft oder hergestellt haben, die sie sowohl für ihr Unternehmen als auch privat nutzen, müssen diese bis zum 31.5.2017 vollständig oder teilweise ihrem Unternehmensvermögen zuordnen, um den vollständigen oder anteiligen Vorsteuerabzug geltend zu machen.

Hintergrund: Für die Anschaffung oder Herstellung eines unternehmerisch genutzten Gegenstands kann ein Unternehmer die Vorsteuer geltend machen. Wird der Gegenstand nur teilweise für das Unternehmen genutzt und teilweise privat, spricht man von einem gemischt-genutzten Gegenstand.

1. Wahlrecht des Unternehmers

Bei der Anschaffung oder Herstellung eines gemischt-genutzten Gegenstands hat der Unternehmer folgende Möglichkeiten:

  • Er ordnet den Gegenstand in vollem Umfang dem Privatvermögen zu. Ein Vorsteuerabzug ist dann nicht möglich. Dafür entfällt eine Umsatzbesteuerung der Privatnutzung (sog. unentgeltliche Wertabgabe bzw. Entnahme).

  • Er ordnet den Gegenstand nur im Umfang der unternehmerischen Nutzung seinem Unternehmen zu und macht die Vorsteuer nur insoweit und damit anteilig geltend. Soweit er den Gegenstand privat nutzt, ist der Vorsteuerabzug nicht möglich; dafür braucht er insoweit die Privatnutzung nicht der Umsatzsteuer zu unterwerfen.

Hinweis: Die unternehmerische Nutzung muss aber mindestens 10 % ausmachen. Ist sie geringer als 10 %, gehört der Gegenstand vollständig zum Privatvermögen, so dass ein anteiliger Vorsteuerabzug nicht möglich ist.

  • Er ordnet den Gegenstand in vollem Umfang dem Unternehmen zu. Die Vorsteuer kann in vollem Umfang geltend gemacht werden. Dafür muss der Unternehmer die Privatnutzung als sog. unentgeltliche Wertabgabe jährlich der Umsatzsteuer unterwerfen.

Hinweis: Bei gemischt-genutzten Gebäuden gilt eine Besonderheit; hier ist der Vorsteuerabzug nur in Höhe des unternehmerisch genutzten Teils möglich.

2. Frist für Zuordnung zum Unternehmensvermögen

Soll der im Jahr 2016 angeschaffte oder hergestellte gemischt-genutzte Gegenstand ganz oder teilweise dem Unternehmen zugeordnet werden, muss diese Zuordnung bis zum 31.5.2017 erfolgen. Dies ist der gesetzliche Termin für die Abgabe der Umsatzsteuererklärung.

Beim 31.5.2017 bleibt es auch dann, wenn im konkreten Fall eine Fristverlängerung für die Abgabe der Umsatzsteuererklärung gewährt worden ist, z. B. die allgemeine Fristverlängerung bis zum 31.12.2017 bei Erstellung der Umsatzsteuererklärung durch den Steuerberater.

Hinweis: Für Veranlagungszeiträume ab 2018 wird die Abgabefrist für Umsatzsteuererklärungen bis zum 31.7. verlängert, z. B. bis zum 31.7.2019 für die Umsatzsteuererklärung 2018. Dies dürfte sich dann auch auf die Frist für die Zuordnung zum Unternehmensvermögen auswirken.

3. Ausübung des Wahlrechts

Die vollständige oder teilweise Zuordnung des gemischt-genutzten Gegenstands zum Unternehmensvermögen kann durch eine Erfassung des Gegenstands in der Buchführung und durch die Geltendmachung des vollständigen oder teilweisen Vorsteuerabzugs in der Umsatzsteuer-Voranmeldung oder in der Umsatzsteuererklärung erfolgen. Die Voranmeldung bzw. Erklärung muss dann bis zum 31.5.2017 beim Finanzamt eingehen.

Hinweis: Ohne Buchführung oder ohne Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung bzw. Umsatzsteuer-Jahreserklärung kann die vollständige oder teilweise Zuordnung des gemischt-genutzten Gegenstands durch schriftliche Mitteilung gegenüber dem Finanzamt bis zum 31.5.2017 erfolgen. Damit wir diese Frist einhalten können, sollten Sie uns rechtzeitig mitteilen, dass Sie ein Wirtschaftsgut angeschafft oder hergestellt haben, das Sie gemischt nutzen wollen.

2. Anhebung der Schwelle bei GWG

Die Regierungskoalition hat sich Anfang März auf die Anhebung der Schwelle zur Sofortabschreibung für sog. geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) geeinigt. Statt bislang 410 € sollen künftig Anschaffungen wie beispielsweise Büromaterialien oder auch Tablets bis zu einem Wert von 800 € sofort abgeschrieben werden können.

Hinweis: Die neue Schwelle soll ab dem 1.1.2018 gelten. Bundestag und Bundesrat müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Weiterlesen

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Änderungen 01/2017

Mit dem neuen Jahr gibt es einige Änderungen bei der Lohnabrechnung sowie zu Steuern.

  • Der Mindestlohn steigt, damit sinkt die mögliche Arbeitszeit für Minijobber pro Monat. Ich bitte zu beachten: Die Erhöhung des Mindestlohns gilt auch für 450-Euro-Minijobber und nach der Anpassung des Mindestlohns auf 8,84 Euro erreichen Minijobber schon nach 50 Stunden und 54 Minuten die zulässigen 450 Euro im Monat. Arbeitgeber von Minijobbern, die die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro ausreizen, sollten daher bestehende Beschäftigungen zum 1. Januar 2017 neu beurteilen. Wird die Arbeitszeit nicht angepasst, kann die Erhöhung des Stundenlohns zu einer Überschreitung der jährlichen Entgeltgrenze von 5.400 Euro führen. Hierzu gibt es bei der Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft weitergehende Informationen.
  • Weiterhin gibt es Änderungen zu Steuerfreibeträgen (Anhebung der Grund- und Kinderfreibeträge, Kindergeld u.a.), Unternehmensfinanzierung sowie zu Elektronischen Auszeichnungssystemen (z.B. elektronische Registrierkassen). Hierzu bietet das Bundesfinanzministerium hier weitergehende Informationen.
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Kassenführung bei Nutzung einer „offenen Ladenkasse“

1.I. Funktionsweise

Eine offene Ladenkasse ist eine Barkasse, die ohne jegliche technische Unterstützung geführt wird. Der Unternehmer nutzt dabei als Behältnisse für das Bargeld z. B.

  • Schubladen in der Ladentheke,

  • herkömmliche Geldkassetten,

  • Zigarrenkisten oder

  • sonstige Aufbewahrungsutensilien wie Kartons und Schachteln.

2.II. Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten

Die Buchführung muss einem sachverständigen Dritten innerhalb einer angemessenen Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und die Unternehmenslage vermitteln. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und in ihrer Abwicklung verfolgen lassen. Daraus ergibt sich, dass der Kaufmann grundsätzlich jedes Handelsgeschäft einzeln aufzuzeichnen hat, das gilt auch bei Bargeschäften. Erleichterungen gelten nur, wenn diese Einzelaufzeichnungspflicht aufgrund der Art oder aufgrund des Umfangs der Geschäftstätigkeit für den buchführungspflichtigen Kaufmann unzumutbar ist. Zeichnet der Kaufmann aber etwa mittels eines Warenwirtschaftssystems seine Einzelumsätze tatsächlich auf, kann er sich nicht mehr auf die Unzumutbarkeit der Einzelaufzeichnungspflicht auch bei Bargeschäften berufen.

Nach § 146 Abs. 1 Satz 2 AO sollen die Kasseneinnahmen und Kassenausgaben täglich festgehalten werden. Erzielen Unternehmer ihre Erlöse zum überwiegenden Teil aus Bargeschäften, ist das Wort „sollen“ nach Auffassung der Finanzverwaltung als „muss“ zu verstehen. Weiterlesen

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Schlechte Nachrichten zur Arbeitsecke

In einem jetzt – am 27.01.2016 – veröffentlichten Urteil hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Arbeitsecken in privat mitgenutzten Räumen nicht steuerlich abgesetzt werden können.
Die auf der Internetseite des BFH veröffentlichte Pressemitteilung besagt, dass für das Thema „Häusliches Arbeitszimmer: Kein Abzug bei gemischt genutzten Räumen“ möglich ist.  Damit geht das Gericht einen anderen Weg als im Bereich der gemischten Reisen (wenn bspw. ein Seminar oder Kongress steuerlich anzuerkennen ist, eine daran anschließende Urlaubsreise jedoch nicht). Damit werden die Steuerabzugsmöglichkeiten für Menschen mit kleinen Wohnungen oder Personen in Ausbildung ohne eigenes, steuerlich anzuerkennendes abgeschlossenes Arbeitszimmer eingeschränkt.

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